Meine Arbeitsweise

Meine Haltung ist von Respekt, Wertschätzung und Akzeptanz der Autonomie des Individuums geprägt. Die Beratung und Supervision ist gemäß der Systemischen Haltung am Kunden, seinen Anliegen, Veränderungswünschen und Zielen orientiert und soll unterstützen neue Lösungswege zu erarbeiten oder altbewährte wieder nutzbar zu machen.
In der Praxis bedeutet dies Ihnen mit konstruktiven Fragen dabei behilflich zu sein erst einmal Veränderungswünsche, Ziele oder auch Probleme genauer zu beschreiben. Um dann erste, an Ihren individuellen Ideen orientierte Schritte zur Veränderung zu kreieren.
Dabei ist mir wichtig, dass die erarbeiteten Ideen nicht meinen Vorstellungen von „hilfreich“ entsprechen müssen, sondern vor allem Ihren Bedürfnissen und Ihrer Lebenswirklichkeit. Ich kann lediglich ideenanregende Impulse geben oder Ideen zur Lösung beisteuern, aber nicht „die“ Lösung präsentieren. Schließlich sollen mögliche Lösungswege in Ihrem Alltag hilfreich sein und unterliegen somit immer Ihrer individuellen Bewertung.
Oftmals kann es bereits eine Erleichterung sein zu einer subjektiv „unlösbaren Situation“ doch plötzlich erste kleine Handlungsmöglichkeiten zu sehen. Umso wertvoller ist dies, wenn Sie die Erfahrung machen, dass Sie selber diese Lösungen erarbeiten können. Hilfreich kann jedoch ggf. auch erstmal sein zu merken was zum jetzigen Zeitpunkt keine Lösungsoption darstellt und was auf jeden Fall genau so weiter gemacht werden muss.

Mein Ziel in Beratungen und Supervisionen ist, Ihnen zu ermöglichen eine Vielzahl von Handlungsoptionen für sich zu entdecken und zu erproben, anstatt in Strukturen wie „es gibt keine Lösung“ oder „Schwarz- und Weißdenken“ zu verharren.
Überdies soll die Beratung/Supervision nicht nur „harte Denkarbeit“ sein. Vielmehr möchte ich einen vertrauensvollen Ort schaffen, den Sie gerne und mit Freude am gemeinsamen Tun, zur Selbstreflektion und Ideengewinnung nutzen.  Denn aus meiner langjährigen Erfahrung in der systemischen Praxis weiß ich, systemische Beratung und Supervision kann richtig Spaß machen und das möchte ich nach Möglichkeit weitergeben.

Zur stetigen Weiterentwicklung meiner professionellen Haltung und meiner Arbeitsweisen nehme ich an Fortbildungen teil und reflektiere meine Arbeit regelmäßig unter fachkundiger Außenhilfe. Zudem unterliegt meine Tätigkeit der Schweigepflicht. Generell orientiert sich meine Arbeitsweise an den Ethik-Richtlinien der Systemischen Gesellschaft (hierzu https://systemische-gesellschaft.de/verband/position/ethik-richtlinien/), nach deren Standards ich ausgebildet bin.

 

Grundannahmen der Systemischen Theorie

Biologische Erkenntnistheorie (Autopoiesis):
Systeme (z.B. biologische Systeme, Wald, Nervensystem, soziale Systeme, Rudel, Mensch, Partnerschaft, Menschengruppen, Team, Firma, Familie, Freundeskreis, Sportverein, Partei, Land, Universum) erschaffen und erhalten sich selbst. Die Zustände im menschlichen System werden ausschließlich intern gesteuert und folgen einer internen Logik. Wahrgenommenes ist stets subjektgebunden und basiert auf „privaten“ Erfahrungen.
Wir Menschen können einander nie vollständig verstehen, wir können lediglich durch Kommunikation versuchen das Verstandene aneinander anzunähern.

Radikaler Konstruktivismus:
Aufgrund der stets subjektgebundenen Wahrnehmung, erzeugt sich jeder Mensch seine individuelle Wirklichkeit, die sich kontinuierlich entwickelt. Objektives Sehen, Riechen, Schmecken, Hören, Tasten, Fühlen oder Bewerten gibt es nicht – es gibt keine objektiv begreifbare Wirklichkeit. Für die eigene Wirklichkeit ist das Individuum selber der beste Experte. Jeder Mensch kann somit für sich ­selbst am besten beurteilen was „richtig“ oder „falsch“ ist. Hilfreich für Entscheidungsprozesse können dabei Nachfragen von Anderen oder generell die Kommunikation mit Anderen sein.

Theorie sozialer Systeme:
Immer da wo kommuniziert wird handelt es sich um ein soziales System. Kommunikation organisiert somit Mitgliedschaft zu einem sozialen System. Sie unterliegt individuellen sowie situationsgebundenen Selektionskriterien (nicht alles Gedachte wird ausgesprochen), braucht Unterschiede (ohne diese wäre Kommunikation langfristig überflüssig) und trägt zum Versuch eine „gemeinsame Wirklichkeit“ zu konstruieren bei. Aus Kommunikation entsteht Handlung.

Historizität:
Menschen brauchen eine Vorstellung von Gestern, um das Heute und Morgen beschreiben zu können – sie sind historische Wesen. Menschen sind eingebunden in ihre Familiengeschichte, da hierin die Begründung für die eigene Existenz liegt. Durch das „Weitererzählen der Familiengeschichte“ reproduziert sich das soziale System Familie.